Agrogenossenschaft Schiffmühle e.G.

Landwirtschaft im Oderbruch

Schiffmühle (MOZ) Sie gehört zu den bekanntesten Nutzpflanzen Deutschlands - die Kartoffel. Trotzdem wissen manche Kinder nicht, woher das Nachtschattengewächs eigentlich kommt. Das zu ändern, haben sich Landwirt Olaf Stöhr und die Kita "Kunterbunt" zum Ziel gemacht.

So viel Engagement hatte sich Landwirt Olaf Stöhr kaum zu wünschen gewagt. Zahlreiche Hände sammelten am Sonnabendvormittag seinem Kartoffelmobil, einem Kartoffelroder, hinter her. Kinder sowie Eltern und Großeltern waren dem gemeinsamen Projekt der Agrogenossenschaft Schiffmühle und der Kita "Apfelbäumchen" gefolgt.

Im Frühjahr hatte der Landwirt mit den Mädchen und Jungen der Kita die Pflanzen eingesetzt. "Es ist erstaunlich. Manche Kinder dachten wirklich die Kartoffel wächst an Bäumen", sagte der Geschäftsführer der Agrogenossenschaft Schiffmühle.

Hinter dem Projekt stecke mehr als nur das Sammeln der Erdäpfel, so Stöhr. Nicht nur gehöre die Aktion zur Bildung der Kinder, sondern auch zur Bindung an das Dorf. "Wer früh genug mit dem Dorfleben und dem Entstehen bestimmter Prozesse in Verbindung gebracht wird, der bleibt vielleicht sogar hier", sagte der Landwirt.

Begrüßt wurde die Aktion auch von Kita-Leiterin Johanna Gregorius. "Wir waren mit den Kindern des Öfteren auf dem Feld und haben das Wachstum der Kartoffeln beobachtet", sagte sie. Auch die Natur stand bei den Besuchen immer wieder im Mittelpunkt. "Zum Beispiel sind wir den Kartoffelkäfer durchgegangen", fügte die Leiterin der Kita hinzu, "und haben ihn mehrmals gesammelt."

Zusammen mit ihrem Nachwuchs waren auch zahlreiche Eltern und Großeltern sowie Einwohner Schiffmühles auf dem Feld erschienen. "Wir freuen uns über das große Engagement", sagte Dirk Siniarski, Sprecher vom Förderverein der Eltern für die Kita Schiffmühle. "Wir haben uns in den letzten Monaten erst neu gefunden", sagte der Familienvater, "und die Zusammenarbeit funktioniert dank des Engagements der vielen Eltern sehr gut."

So sei es kein Problem, Mütter und Väter für Kita-Projekte, zum Beispiel das Malern der Räumlichkeiten, zu gewinnen, sagte Siniarski. "Es gibt auch viele Familien und Anwohner, die unseren Förderverein mit Spenden unterstützt haben und immer wieder unterstützen", fügte der Schiffmühler hinzu. Dem pflichtete auch Johanna Gregorius bei.

Mit dem Kartoffelprojekt versprechen sich die Anwohner zudem mehr Bezug zur Region. "Wir hatten jetzt erst den Eierskandal. Die Leute sind verunsichert und wollen einfach wissen, woher die Produkte stammen", sagte Olaf Stöhr.

Die Kartoffeln von seinem Acker hatte der Landwirt bereits zu Teilen an die Kita verteilt. Der Rest muss nun erst einmal durchgeschaut werden, so Stöhr. Denn die Form der Kartoffeln entsprechen nicht allen Richtlinien des Handels. "Qualitativ sind sie nicht schlecht, aber Verformungen wirken sich auf den Verkauf aus", sagte Olaf Stöhr.

Welche Erdapfelsorte er anbaut, lege er gemeinsam mit seinen Mitarbeitern fest. "Wir machen vorher eine Geschmacksprobe. Wenn uns eine Sorte besonders gut gefällt, kommt sie natürlich in unser Sortiment." So habe den Angestellten im Betrieb zum Beispiel die französische Sorte Manitou, die auch in Deutschland sehr verbreitet ist, gut gefallen.

Im Vergleich zu anderen Nutzpflanzen habe die Kartoffel von der durchwachsenen Witterung des Sommers keinen großen Schaden getragen, so Stöhr. Will er das Projekt im kommenden Jahr mit den Kindern wiederholen? "Auf jeden Fall", sagte der Landwirt.

Zum Beitrag: Hände buddeln nach Erdäpfeln

Quelle: MOZ-Zeitung

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